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Stadt, Land, Leben
Wir freuen uns dass wir für die 127.
Kabinettausstellung in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bayreuth die
vielfach ausgezeichnete Künstlerin LINDA MÄNNEL gewinnen
konnten.
Linda Männel wurde 1983 in Hausham geboren und
studierte freie Malerei in der Klasse von Diet Sayler, AdbK Nürnberg und freie
Kunst in der Klasse von Eva von Platen, AdbK Nürnberg. Sie bezog als
Meisterschülerin ihr Atelier in Nürnberg. 2021 gründete Sie die „TillyStudios“
in Nürnberg, Nordbayerns größtes selbst verwaltetes Atelierhaus.
Linda Männel verbindet in Ihren Werken die in zahlreichen
Ausstellungen im In- und Ausland ausgestellt wurden, klassische Tuschemalerei
auf Leinwand mit feinen, farbigen Stickereien.
Weitere Informationen: www.linda-maennel.de
Über die Ausstellung „Transition“
Die Ausstellung Transition widmet sich einem
entscheidenden Wendepunkt im Werk der Künstlerin Linda Männel. Über viele Jahre
beschäftigte sie sich mit der Erinnerung, der familiären Herkunft und der
Präsenz des Vergangenen. Ihre Tuscheporträts verstorbener Ahnen wurden von
vertikalen Fäden aus farbigem Wollgarn überlagert. Die Stickerei wirkte wie ein
Schleier: Sie verbarg die Gesichter, ohne sie auszulöschen, und machte
Erinnerung als etwas Fragiles, Unzugängliches und zugleich Beständiges sichtbar.
Mit der Werkgruppe Need of Silence vollzieht
sich ein radikaler Bruch. Die Figuration verschwindet vollständig. An ihre
Stelle treten abstrakte Bildräume, in denen sich Farbe, Struktur und Rhythmus
von jeder gegenständlichen Erzählung lösen. Gleichzeitig kehrt die Künstlerin
ihre bisherige Arbeitsweise um: Nicht mehr das Garn trägt die Farbe, sondern
der Bildgrund. Die Überstickungen erscheinen nun in Weiß- und Naturtönen. Aus
dem verhüllenden farbigen Schleier wird eine helle, beinahe zeichnerische
Struktur, die den Raum nicht mehr verdeckt, sondern ordnet und durchmisst.
Diese Werkphase dauerte lediglich ein Jahr. Rückblickend
erscheint sie als ein Moment des Innehaltens – eine notwendige Leerstelle
zwischen Vergangenheit und Zukunft. Der Titel Need of
Silence verweist auf diesen Zustand des Übergangs: auf das Schweigen als
Voraussetzung für Veränderung. Die Bilder lösen sich von der Last des
Erinnerns, ohne ihre emotionale Tiefe aufzugeben. Sie suchen noch kein neues
Motiv; vielmehr erforschen sie einen inneren Zustand, in dem Orientierung erst
entstehen kann.
Den Abschluss der Ausstellung bildet das großformatige
Werk Lenz. Es markiert den Moment, in dem sich die abstrakten
Strukturen erstmals zu einer Landschaft verdichten. Ohne den abstrakten
Ursprung zu verleugnen, öffnen sich die Bildräume zu einer neuen Wahrnehmung
von Natur. Kreuzförmig gestickte Linien werden zu Farbfeldern aus Licht und
Atmosphäre. Damit kündigt sich jene Werkphase, die Landschaftsmalerei, an, die
bis heute das Schaffen der Künstlerin bestimmt.
Transition erzählt damit nicht nur die
Geschichte einer stilistischen Veränderung. Die Ausstellung macht sichtbar,
dass künstlerische Entwicklung selten geradlinig verläuft. Sie entsteht in
Momenten des Loslassens, der Unsicherheit und der Stille. Gerade die kurze abstrakte
Phase wird als eigenständiger, unverzichtbarer Abschnitt lesbar: als Schwelle
zwischen Erinnerung und Landschaft, zwischen Verbergen und Offenlegen, zwischen
Herkunft und neuer Orientierung.
Ausstellungsdauer vom 26. September bis 27. Oktober 2026Auf Ihren Besuch freuen sich die Künstlerin und das Team
des Kunstverein Bayreuth e.V.
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